Hier mein Rennerlebnis ein wenig ausführlicher:

 

Pünktlich zum Frühstück fing es erst mal an zu regnen. Wir alle hofften, dass es schnell wieder aufhört, denn im Regen warm fahren wäre schon doof. Bei dem einen oder anderen machte sich die Nervosität bereits bemerkbar. Kim bekam kaum einen Bissen runter, womit sie mich wiederum auch ansteckte. Das Frühstück war wichtig und so musste jeder von uns ein wenig essen. Zum Glück gab es Nutella ;)

 

Dann hieß es Flaschen füllen, beschriften und an die jeweiligen Betreuer verteilen, Trikot anziehen und ab aufs Rad. Der Regen hat aufgehört und die Temperatur war angenehm.

 

Wir fuhren uns warm und bereiteten uns mental auf die 80km lange Strecke vor. Um 9:45 Uhr ging es zur Startaufstellung, wo wir dann nacheinander aufgerufen wurden. Die Musik wurde lauter und der Puls stieg. Zum Glück hatte ich im Gegensatz zu Kim keinen Pulsmesser an ;). Wir wünschten uns noch viel Glück und dann ertönte auch schon der Startschuss. In einem hohen Tempo fuhren wir alle in einer Traube über die Straße. Konzentration war angesagt, damit keiner zu Fall kommt und so ging es auf in die erste Steigung zu. Ich musste mich sehr anstrengen um an der Gruppe zu bleiben. Sprints zu Beginn sind ja bekannterweise nicht so mein Ding, doch ich schaffte es und wieder war ich froh keinen Pulsmesser zu haben ;). Jetzt hieß es beißen. Nach kurzer Zeit waren wir zu dritt. Sara Michielsens (Belgien), Linja de Jonge (Niederlande, meine Partnerin von Houffalize) und meine Wenigkeit. Es passte ganz gut. Wir wechselten uns gegenseitig ab und kamen so noch an Hannah Kolling (Deutschland) ran, die sich uns anschloss. Nach 15km kam auch schon die erste Verpflegung, wo Matthias (Betreuer vom Team Herzlichst Zypern) und meine Eltern auf mich warteten. Die Übergabe klappte super und wir Mädels blieben zusammen. Linja, die super stark auf der Geraden ist, fuhr vor. Sie war so stark, dass ich leider keine Möglichkeit hatte sie abzulösen und die anderen scheinbar auch nicht. Leider verloren wir sie wahrscheinlich deshalb auch dann im nächsten Anstieg und damit waren wir dann nur noch zu dritt. Jetzt musste ich ran bis zum Start/Ziel, wo die nächste Verpflegung mit Philip war. Auch hier klappte alles wieder super. Ich schaute hinter mich und sah das Hannah weg war und wir waren nur noch zu zweit, doch nach kurzer Zeit kam Hannah wieder ran und gab dann auch das Tempo vor, was für Sara und mich irgendwann ein Tick zu schnell war und so ließen wir sie ziehen. Vor uns sahen wir schon länger die Österreicherin Claudia Egginger, auf die wir dann in der Abfahrt auffuhren. Sie blieb bei uns und wir waren wieder zu dritt. Dann kam ein laaaaanger Anstieg, wo wir uns dann erneut splitteten. Sara blieb zurück und ich fuhr mit Claudia weiter. Leider musste ich jetzt erst mal Führungsarbeit leisten, da Claudia sich kurz ausruhen musste. Joachim wartete schon bei der 3. Verpflegung und ich freute mich auf die Flasche und die Flüssignahrung ;).

 

In den Anstiegen motivierten wir uns gegenseitig und wurden ein wenig vom Puplikum gepushed. Die Wiesenanstiege waren echt hart, die Hitze stand dort förmlich und ich konnte kaum noch treten. Langsam merkte ich auch meine Beine und war froh, dass Claudia noch da war. Jetzt hieß es viel trinken, damit keine Krämpfe kommen. Es war nicht mehr weit zur nächsten Verpflegung, wo mein Vater mit der letzten Flasche wartete, die ich ebenfalls dringend nötig hatte. Hier schon mal ein großes DANKE an meine Eltern und die Betreuer vom Team Herzlichst Zypern. Ihr ward Gold wert!

 

Jetzt waren es noch ca. 12km. Also durchhalten und hoffen, dass nichts mehr schief geht. Aus der ersten Runde wusste ich, dass noch ein kurzer steiler Anstieg kommt. Also nochmal alle Kräfte sammeln und dann TRETEN TRETEN TRETEN. Dank der vielen Leute und das super Anfeuern am Rand meisterten wir auch diesen Anstieg noch ganz gut und nun war das Ziel nicht mehr weit. Wir wechselten uns wieder ab und hängten uns den letzten km an die zweite Führungsgruppe der Männer. Mal kurz ein ganz anderes Tempo ;) und dann war es endlich da – das ZIEL! Überglücklich es geschafft zu haben fuhr ich über die Ziellinie und sah schon von weitem die Orangeblauen Trikots meiner Eltern strahlen, die voller Stolz auf mich warteten. Danke, dass ihr da ward! Mit einer Zeit von 3:48h au 80km und 2000hm bin ich voll zufrieden und habe mein persönliches Ziel erreicht.